Mittlerweile bin ich in Katmandu und schreibe über meine knapp 3 Tage Aufenthalt in Delhi. Nachts in Jelgaon mit dem Zug gestartet, kam ich gegen Abend nach 20stündiger Fahrt in Delhi an. Mein Hotel endlich mal nicht so weit vom Bahnhof entfernt. Ein Zimmer direkt im Erdgeschoss hinter der Rezeption. Ausser den obligatorischen Haarüberresten meiner Vorgänger im Bett und lautstarken Konversationen des Hotelspersonals, welchen ich lauschte, als ob sie neben meinem Bett stehen würden, eigentlich ein nettes Zimmer. Am Morgen startete ich erstmal eine Suche nach einer Wäscherei, da ich mittlerweile keine sauberen Klamotten mehr hatte.
Das Neu im Namen Neu Delhi ist wohl eher obligatorisch gemeint. Vergleichbar mit Mumbai ist Neu Delhi noch ein Stück mehr dreckig, verbaut, laut und aktuell superheiss. In den nächsten Tagen besuchte ich einige Plätze, die man ansehen sollte, so zum Beispiel das Regierungsviertel in Rajpath mit seinen prunkvollen ausladenden Gebäuden und dem Gate of India. Eine Elektro Rikscha ist auch hier angebracht, da die Entfernungen dann doch teilweise 5-10km betragen können. Auch sehenswert ist Alt Delhi, mit seinem RedFort, einem imposanten Bauwerk aus der Zeit des Mogulreiches. Innerhalb der riesigen roten Mauern finden sich zahlreiche prunkvolle Gebäude, Empfangshallen, der Thron sowie die Perlen moschee. Interessant zu sehen und teilweise in noch sehr gutem Zustand, wenn man das Alter bedenkt und die vielen Eroberungen, die der Komplex erlebt hat. Nach meinem Rundgang setzte ich vor dem Fort in den Schatten eines Baumes. Relaxen könnte ich jedoch nicht, da ich permanent von indischen Touristen gebeten wurde, mich mit ihnen zusammen fotografieren zu lassen. Einer davon war der 84jährige Senjur, der mit seiner kompletten Familie zu Besuch war. Natürlich musste ich ihn portraitieren, da sein Gesicht eine eigene Sprache sprach.
 
Von Sehenswürdigkeiten gesättigt zog ich also mit meinem Smartphone und Google Maps durch Alt Delhi und sog die Stimmung dieser Stadt in mich auf.Irgendwie hat dort jede Straße ihre eigene Handelseigenschaft. Manuelle Herstellung von Matratzen in der einen, die nächste Querstraße ist verantwortlich für handgenähte Gardinen, 500 Meter weiter gibt es es nur den Vertrieb von Baumwolle, alles chaotisch aber dennoch mit Struktur. Als Fremder wird man argwöhnisch betrachtet, sobald man jedoch lachend auf die Menschen zugeht und fragt, was sie machen und was ihre Aufgabe ist, sind sie erfreut über das Interesse, zeigen dir stolz ihr Metier und laden dich auf einen Tee ein. Ich war in Gegenden unterwegs, wo ich außer mir keine Touristen oder europäische Ausländer sah. Verunsicherung oder Angst empfand ich dabei nicht. Durch Zufall kam ich an einem großen Sikh Tempel vorbei. Auch hier wurde mir auf Nachfrage freundlich erklärt, was die Besonderheiten sind, sämtlich Do's und Dont's. Innen traf ich auf der oberen Galerie den Trommler, der mir das Ritual erklärte, welches jeden Abend dort stattfindet. Als alle Menschen geschlossen sich erhoben, zusammen sangen und er seine Riesentrommel bearbeitete, hatte ich schon eine Gänsehaut. Diese vielen unterschiedlichen Religionen in diesem Land und wie sie doch alle mehr oder weniger gut nebeneinander funktionieren ist wirklich beeindruckend.
 
Um auch die Küche in Delhi beurteilen zu können, besuchte ich das berühmte Karim's Restaurant in der Nähe der Jama Masjid, der größten Moschee Indiens, die man als Nicht-Moslem leider während der Gebetszeiten nicht betreten darf. Das Essen bei Karim's ist toll, ganz besonders das plain naan, welches bis dahin wohl das beste naan für mich in Indien ist. Abschließend auch hier wieder wie in Mumbai. 2-3 Tage genügen zwar, um einen Eindruck zu bekommen, genügen aber bei weitem nicht ansatzweise, um diese Megacitys erforschen zu können.
 
Donnerstag Mittag startetet dann also auch wieder mein Flieger nach Katmandu. Normalerweise nur ca. 1,5h Flug, wurde dann aufgrund schlechten Wetters am Zielort, eine kleinere Odyssee. Nach 2h Kreisen über Katmandu und warten auf Landegenehmigung, entschloss die Crew sich, nach Lakhnau, dem nächsten indischen Flughafen zurückzufliegen, um dort Kerosin nachzutanken. Nach 1h warten auf dem Rollfeld dann der zweite Versuch, der dann auch mit einer brachialen Landung in Katmandu endete. ;) Mehr dann wieder demnächst.
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